Die Abfall- und Recyclingbranche hat durch den Transformationsprozess von der Deponie- zur Kreislaufwirtschaft und die dadurch erreichten Standards einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase (THG) geleistet: In Deutschland entstanden durch die Abfallwirtschaft im Jahr 1990 noch fast 40 Mio. t CO2-Äq/a, während im Jahr 2006 bereits rd. 18 Mio. t CO2-Äq/a vermieden wurden. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Vermeidung von CO2 (Schließung von Deponien), Verminderung von CO2 (energie- und ressourceneffiziente Produktion, Recycling) und die Gewinnung von Energie aus Abfällen (MVA, EBS- und Bio-masse-Kraftwerke, Vergärung etc.) zurück zu führen.

In Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 2014 ca. 292,3 Mio. Tonnen  (umgerechnet in CO2 - Äquivalente) klimaschädliche Gase ausgestoßen, im Jahr 2015 hingegen nur 284,5 Millionen. Damit liegen die CO2 Minderungen in Bezug auf das Basisjahr 1990 bei 20,4 % (2014) und 22,6% (2015).

Deutlich werden die Einsparungspotenziale besonders in den Anlagen der der Kreislaufwirtschaft. Das Lippewerk in Lünen sorgt beispielweise dafür, dass Ressourcen geschont und CO2-Emissionen vermieden werden können. Aus industriellen Abfällen und Haushaltsabfällen entstehen im Lippewerk Vorprodukte für die Industrie, werden Abfälle und Reststoffe in Kraftstoffe umgewandelt und nicht zuletzt wird Biomasse aufbereitet und als Energieträger für Biomassekraftwerke genutzt. In diesen drei Kompetenzbereichen werden so jährlich rund 416.000 Tonnen Treibhausgase eingespart.

Die in 2015 neugebaute Wertstoffaufbereitungsanlage (WAA) der Lobbe Gruppe in  Iserlohn sortiert beispielsweise 72.000 Tonnen (t) Leichtverpackungen (LVP) aus Privathaushalten im Jahr. Rund die Hälfte davon (32.600 t) kann die Kreislaufwirtschaft recyceln, der Rest (39.300 t) geht als Brennstoff in die Wärmeproduktion – in Müllverbrennungsanlagen oder Ersatzbrennstoffkraftwerken.

Weitere Beispiele für Einsparungspotenziale finden Sie unter Projekte in der KlimaExpo.NRW

Quelle: Umweltbericht NRW 2016, MKULNV
Quelle: Umweltbericht NRW 2016, MKULNV

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft vermeidet durch die Erzeugung und Einspa-rung von Energie wesentlich mehr THG, als sie erzeugt. Dies dürfte diese Branche von allen anderen bedeutenden Wirtschaftszweigen unterscheiden. Auf der Grund-lage der Abfallmengen des Jahres 2011 hat allein die Abfall- und Recyclingwirtschaft in NRW durch das Recycling und die Behandlung von Abfällen zu einer Vermeidung von THG in einer Größenordnung von rd. 2,6 Mio. t CO2 Äq/a geführt:

Die Kreislaufwirtschaft ist heute mit rund 267.000 Beschäftigten, rund 70 Mrd. € Umsatz und einer Bruttowertschöpfung von rund 25 Mrd. € eine der wichtigsten Branchen der bundesdeutschen Umweltwirtschaft, deren wirtschaftliche Entwicklung deutlich dynamischer verläuft als die Entwicklung der Gesamtwirtschaft. Die Kreislaufwirtschaft umfasst mehr als Sammeln, Transportieren und Entsorgen- die  Analysen der einzelnen Wertschöpfungsstufen zeigen, welche wirtschaftliche Bedeutung beispielsweise auch die Herstellung von Maschinen und Anlagen für die Abfallwirtschaft hat: Bei einem überdurchschnittlich hohen Weltmarktanteil von 10 % entsteht ein Außenhandelsüberschuss von 2,67 Mrd. €. Die Kreislaufwirtschaft ist eine Zukunftsbranche mit bundesweiter Präsenz während die westdeutschen Flächenländer auf Grund ihrer Größe und der Vielzahl von Unternehmen eine starke Stellung  hinsichtlich des  Gesamtmarktes aufweisen, wachsen kleinere Märkte in Ost und West teils schneller und weisen höhere Spezialisierungen auf.

Welche Beiträge die Kreislaufwirtschaft NRW im Einzelnen für den Klima- und Res-sourcenschutz leisten kann, wird insbsondere über die im Rahmen der KlimaEx-po.NRW ausgezeichneten Projekte deutlich.