Kooperation der Brancheninitiative „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft e. V.“ mit dem Projekt :metabolon
:metabolon Gelände (Bildquelle :metabolon)
Forschungsgemeinschaft (Bildquelle :metabolon)
Geschichte

 Anfang der achtziger Jahre wurde das Entsorgungszentrum Leppe als Deponie für die Abfälle der umliegenden Kommunen abseits der bestehenden Städte mitten in der Landschaft des Bergischen Landes eingerichtet. Seitdem wurden dort 7.000.000 m³ Abfall abgelagert.

Eine Gesetzesänderung führte zum Ende der Ablagerung im Jahre 2004, jedoch bestand die Pflicht, Nachsorge für den Standort zu betreiben, um eine Umweltbelastung ausschließen zu können. Diese nun erstmalig auftretende Situation bot die einmalige Chance für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Deponiegeländes zum Innovationsstandort.

Das Ende der Ablagerungsphase in weiten Teilen der Zentraldeponie Leppe wurde vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) zum Anlass genommen, den Standort nicht zu schließen, sondern als leistungs- und zukunftsfähiges Kompetenzzentrum für Stoffumwandlung (Metabolismus) auszubauen. Hierzu plante der Bergische Abfallwirtschaftsverband in Zusammenarbeit mit der Regionale 2010 unter dem Oberbegriff "Gärten der Technik" die zukunftsfähige Neuausrichtung der Zentraldeponie Leppe zu einem Kompetenzzentrum für standortbezogene Umwelttechnologien und regenerative Energien, ein Lern- und Innovationsort für Metabolismus.

Die „Gärten der Technik“ der Regionale 2010 sind keine Gärten im herkömmlichen Sinne. Es handelt sich vielmehr um Projekte, die den gesellschaftlichen Umgang mit Natur thematisieren und ihre „Übersetzung“ in Industrien und wirtschaftliche Entwicklung des Rheinlands sichtbar machen wollen.

www.metabolon.de

Aufgabe

 Das Entsorgungszentrum Leppe zählt zu den modernsten Entsorgungsstandorten Europas und ist Referenzort eines internationalen Fachpublikums. Ziel des Projektansatzes :metabolon ist die Neuausrichtung des bisherigen Entsorgungszentrums Leppe zu einem Kompetenz-, Lern- und Innovationsort für Stoffumwandlung und standortbezogene Umwelttechnologie und -techniken. Der neue Zukunftsstandort :metabolon integriert zum einen vorhandene Kompetenzen, entwickelt sie weiter und setzt sie neu in Szene.

Gleichzeitig werden diese wirtschaftlichen Impulse mit neuen, weichen Standortfaktoren verknüpft. Die notwendige Umstrukturierung und landschaftliche Rekultivierung des Standortes wird kombiniert mit zukunftsgewandten, wirtschaftlich tragfähigen Nutzungsbausteinen. Gleichzeitig wird eine veränderte Wahrnehmung und ein Imagewandel des Standortes dadurch erreicht, dass Funktionsabläufe und Prozesse am Standort nachvollziehbar und erfahrbar gemacht werden [„Gläserne Deponie“].

Arbeitsschwerpunkte und Ausstellungskonzept

Die ehemalige Zentraldeponie bietet ideale Voraussetzungen für eine vielseitige Nutzung: So gehören die räumliche Nähe zum Metropolraum Köln-Bonn, die guten Ausbildungsstrukturen und der Ausstellungspark zu ihren Vorzügen. Das Konzept des :metabolons umfasst die folgenden Schwerpunkte:

  • Forschung und Entwicklung
    Im Rahmen des Projektes :metabolon ist auf der Deponie Leppe des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands ein Lehr- und Forschungszentrum der Fachhochschule Köln aufgebaut worden. Arbeitsschwerpunkte sind Stoffumwandlung (Reststoff => Rohstoff + Energie), nachhaltige Ressourceneffizienz sowie die Entwicklung standortbezogener Umwelttechnologien und -techniken. Die bereits vorhandene Infrastruktur bildet eine optimale Ausgangsbasis für praxisnahe Forschung und Lehre. Neben dem weiteren Ausbau des bestehenden Forschungsnetzwerks mit nationalen und internationalen Hochschulen sollen gezielte Kooperationen mit regionalen Unternehmen dafür sorgen, dass die Erkenntnisse der Forschung direkt in die Wirtschaft transferiert werden.
  • Bergisches Energiekompetenzzentrum
    Um Energieeffizienz und Klimaschutzziele bestimmen und erreichen zu können, bedarf es neuer Technologien und Innovationen. Das Bergische Energiekompetenzzentrum unterstützt aktiv bei der Entwicklung neuer Lösungen und Konzepte für das Haus der Zukunft. Die Stärke des Bergischen Energiekompetenzzentrums liegt im Zusammenschluss wichtiger Akteure aus den Kompetenzbereichen Energie, Energieeffizienz und Klimaschutz.
  • Nachhaltiges Gewerbegebiet
    Im Rahmen von :metabolon wurde die Entwicklung eines nachhaltigen Gewerbegebietes auf ehemaligen Deponieflächen realisiert, das der Ansiedlung von Unternehmen aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Stoffumwandlung und Umwelttechnik vorbehalten bleiben soll. Das Vorhaben ist als assoziierter Partnerstandort des Modellprojekts "Nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung in NRW" ausgezeichnet worden.
  • Außerschulischer Lernort
    In unmittelbarer Nähe zu den aktiven Entsorgungsanlagen ist im Rahmen des Projektes :metabolon eine Lernlandschaft entstanden. Hier haben Kindergartenkinder, Schüler, Jugendliche und Erwachsende die Möglichkeit alles Wissenswerte rund um die Themen Abfallvermeidung, Holz, Klimaschutz und Recycling zu erfahren.
  • Freizeit und Erholung
    Im Rahmen von :metabolon wurde ein Teil des Geländes als Standort für Freizeit- und Erholungsaktivitäten ausgebaut. Vor dem Hintergrund der spezifischen Standortgegebenheiten, wie der Hangneigung und der Weitläufigkeit des Areals, wurden Sportarten vorgesehen, deren Ausübung an anderen Standorten mitunter schwer realisierbar ist, beispielsweise Mountainbiking, Gleitschirmfliegen und Crossgolf.