Zukünftige Herausforderungen in der Kreislaufwirtschaft

Ausblick

Einhergehend mit der Tatsache, dass das Thema Kreislaufwirtschaft immer mehr an Bedeutung in unserer Gesellschaft gewinnt wird auch das optimierte Recycling von Abfällen, welches zu den wesentlichen Treibern notwendiger Innovationen gehört, immer wichtiger. Für die Rückführung von Wertstoffen in die verschiedenen Stoffkreisläufe bildet bspw. die hochwertige Aufbereitung von Sekundärrohstoffen eine Basis. Damit das Gesamtsystem über alle Wertschöpfungsstufen optimiert werden kann, muss der Fokus bereits auf den Anfang der Produktkreisläufe gerichtet werden, damit Rohstoff- und Wertverluste verhindert werden. Natürliche Ressourcen bilden die Grundlage für die Herstellung von Produkten und für die Erzeugung von Energie, jedoch stehen natürliche Ressourcen nur begrenzt zur Verfügung, weshalb ihr Schutz für zukünftige Generationen von besonderer Bedeutung ist. Die derzeitigen Rohstoffpreise spiegeln nicht die zukünftige Rohstoffknappheiten und die damit verbundenen Umweltbelastungen bei der Gewinnung wieder, damit fehlen wichtige Anreize zur Schonung von Primärressourcen. Das zukünftige Ziel muss daher sein, den Ressourcenverbrauch deutlich zu verringern und vom Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. Ein wichtiger und nachhaltiger Beitrag dazu ist die zunehmende Kreislaufführung von Ressourcen.

Der Begriff "Circular Economy"

Die Definition "Circular Economy" greift den Ansatz auf, einen vollständigen Kreislauf von Produkten und Ressourcen zu führen, mit dem Anspruch nach Möglichkeit keine Rohstoff-, Nährstoff- und Wertverluste zuzulassen. Dabei werden Aspekte, wie eine veränderte Wertehaltung in der Gesellschaft, die Integration eines umfassenden Konzeptes der Abfallvermeidung und die Kreislaufführung von Rohstoffen aufgegriffen. Besonders die Gewinnung und Sicherung von Ressourcen aus den nicht mehr benötigten Produkten ist wichtig für ein Industrieland wie Deutschland. Darüber hinaus bildet ein intelligentes Produktdesign die Voraussetzung für eine hochwertige Verwertung von verwendeten Materialien. Der Ansatz von Circular Economy kann nur über ein optimiertes Produktdesign in Verbindung mit er Recyclingwirtschaft funktionieren. Dabei muss zukünftig eine konkrete Zusammenarbeit von Designern, Produzenten und Unternehmen der Recyclingwirtschaft verbindlich und nachhaltig werden. Dadurch könnten Entsorgungsprobleme gleich zum Produktionsbeginn, bspw. bei der Materialzusammensetzung von Produkten, vermieden werden.

Zentraler Bestandteil der Circular Economy ist das Recycling von Abfällen, welches darauf abzielt sowohl eine nachhaltige Produktionsweise von Gütern als auch die Kreislaufführung von Ressourcen zu erhöhen. Damit eine nachhaltige Produktionsweise möglich ist, muss die Reparatur- und spätere Recyclingfähigkeit von Produkten gewährleistet werden. Dies kann nur mit einem intelligenten Produktdesign ermöglicht werden. Nichtsdestotrotz hat das Recycling technische, ökologische und wirtschaftliche Grenzen und eine 100%ige Verwertung von getrennt erfassten Wertstoffen ist für viele Materialien weder möglich noch wirtschaftlich sinnvoll. Allerdings können die Ziele der Kreislaufführung nicht ohne ein hochwertiges Recycling erreicht werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass der Absatzmarkt für eine steigende Menge an Rezyklaten vorhanden sein muss.

Quelle: Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft BDE-BDSV-bvse-ITAD-PlasticEurope Deutschland e.V.-VDM-VDMA-VHI-VKU 2018

 

Wachsende Bedeutung des Recyclings

Aufgrund der Zielhierarchie aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und der immer größer werdenden Nachfrage nach Sekundärrohstoffen auf den nationalen sowie internationalen Märkten erlangt das Recycling von Abfällen in Deutschland einen immer höheren Stellenwert. Ziel der Bundesregierung ist es dauerhaft eine Recyclingquote von mehr als 65 %, für den Bereich der Siedlungsabfälle ab dem Jahr 2020 zu erzielen. Insgesamt betrachtet strebt Deutschland bis 2020 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 % gegenüber dem Ausgangsjahr 1990 an. Bis 2050 soll die Minderung dann bereits 80 % bis 95 % gegenüber dem Ausgangsjahr 1990 betragen. Die Erreichung dieser Ziele erfordern gemeinschaftliche Anstrengungen aller gesellschaftlichen Gruppen sowie der Kreislaufwirtschaft. Eine Vielzahl von Unternehmen hat diese Problematik erkannt und für sich den Einstieg in die zirkuläre Wirtschaft bereits beschlossen. Denn sowohl die Anlagenhersteller als auch die Unternehmen der Kreislaufwirtschaft verfolgen das ehrgeizige Ziel, durch den Einsatz neuer Technologien und Verfahren kontinuierlich für eine Reduzierung der Treibhausgase zu sorgen. Zu berücksichtigen ist, dass die Branche in der Vergangenheit bereits bedeutende Beiträge zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele, durch den Transformationsprozess von der Abfallbeseitigung zur Kreislaufwirtschaft, geleistet hat.