Beitrag der Kreislaufwirtschaft zum Klimaschutz

Eine wesentliche Ursache für die CO2-Einsparung von 67 % im Zeitraum von 1990 bis 2015 war die Schließung von Deponien für die Ablagerung von unvorbehandelten Siedlungsabfällen. Seit 1990 sind die Emissionen in den betrachteten Bereichen der Abfallwirtschaft von 38 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten auf nur noch 12 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken. Aber auch viele weitere abfallwirtschaftliche Maßnahmen tragen zum Klimaschutz bei, wie beispielsweise die Steigerung der Energieeffizienz, die Substitution von Primärenergieträgern oder die Nutzung von Sonne und Wind auf abfallwirtschaftlich geprägten Flächen. Dabei werden neben der Auskopplung von Strom-, Fern- und Prozesswärme in den thermischen Abfallbehandlungsanlagen von der Kreislaufwirtschaft nicht nur wichtige Beiträge zur Energiewende geleistet, sondern auch zur weiteren Verringerung der Treibhausgasemissionen. Viele Investitionen in die technische und organisatorische Optimierung der Kreislaufwirtschaft führen gleichzeitig auch zur Reduzierung bzw. Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Zusätzlich ist jeder Sekundärrohstoff grundsätzlich einem Primärrohstoff überlegen, da er mit weniger Energieaufwand hergestellt wird und in der Regel auch kürzere Transportwege hat. Insgesamt betrachtet leistet die Abfall- und Recyclingbranche somit durch die Vermeidung von CO2 (Schließung von Deponien), Verminderung von CO2 (Energie- und ressourceneffiziente Produktion, Recycling) und die Gewinnung von Energie aus Abfällen (MVA, EBS- und Biomasse-Kraftwerke, Vergärung etc.) einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Deutlich werden die Einsparungspotenziale besonders in den Anlagen der der Kreislaufwirtschaft. Das Lippewerk in Lünen sorgt beispielweise dafür, dass Ressourcen geschont und CO2-Emissionen vermieden werden können. Aus industriellen Abfällen und Haushaltsabfällen entstehen im Lippewerk Vorprodukte für die Industrie, werden Abfälle und Reststoffe in Kraftstoffe umgewandelt und nicht zuletzt wird Biomasse aufbereitet und als Energieträger für Biomassekraftwerke genutzt. In diesen drei Kompetenzbereichen werden so jährlich rund 416.000 Tonnen Treibhausgase eingespart.

Die in 2015 neugebaute Wertstoffaufbereitungsanlage (WAA) der Lobbe Gruppe in  Iserlohn sortiert beispielsweise 72.000 Tonnen (t) Leichtverpackungen (LVP) aus Privathaushalten im Jahr. Rund die Hälfte davon (32.600 t) kann die Kreislaufwirtschaft recyceln, der Rest (39.300 t) geht als Brennstoff in die Wärmeproduktion – in Müllverbrennungsanlagen oder Ersatzbrennstoffkraftwerken.

Weitere Beispiele für Einsparungspotenziale finden Sie unter Projekte in der KlimaExpo.NRW

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft vermeidet durch die Erzeugung und Einsparung von Energie wesentlich mehr THG, als sie erzeugt. Dies dürfte diese Branche von allen anderen bedeutenden Wirtschaftszweigen unterscheiden. Auf der Grundlage der Abfallmengen des Jahres 2011 hat allein die Abfall- und Recyclingwirtschaft in NRW durch das Recycling und die Behandlung von Abfällen zu einer Vermeidung von THG in einer Größenordnung von rd. 2,6 Mio. t CO2 Äq/a geführt.

Welche Beiträge die Kreislaufwirtschaft NRW im Einzelnen für den Klima- und Ressourcenschutz leisten kann, wird insbsondere über die im Rahmen der KlimaExpo.NRW ausgezeichneten Projekte deutlich.