Innovationen in der Kreislaufwirtschaft

Steigende gesetzliche Anforderungen und die Kreislaufführung von Materialien tragen dazu bei, unsere natürlichen Ressourcen und das Klima zu schonen sowie Rohstoffimporte zu reduzieren. Dies führt auch zur Entwicklung und zum Einsatz von neuen Technologien, denn die Zusammensetzung moderner Produkte ist sehr komplex und erhöht den technologischen Aufwand für das Recycling. Aufgrund dessen sind gemeinsame Forschungsprojekte sowie Initiativen zwischen Bund, Ländern und Kreislaufwirtschaft wichtig, damit die Kreislaufführung weiter verbessert und der technische Vorsprung beibehalten werden kann.

Quelle: Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft BDE-BDSV-bvse-ITAD-PlasticEurope Deutschland e.V.-VDM-VDMA-VHI-VKU 2018

Die Innovationsfähigkeit und das Innovationsgeschehen der Kreislaufwirtschaft lassen sich sehr anschaulich auf der Basis von Big-Data-Analysen beschreiben. Innovationen finden auf allen Stufen der Wertschöpfung statt, wie beispielsweise bei der Entwicklung kommunizierender Unterflurbehälter in der Erfassung, emissionsarme bzw. -freie Antriebsarten in der Logistik, Infrarotgeräte zur Trennung verschiedener Kunststoffarten, bei der Rauchgasreinigung von thermischen Abfallbehandlungsanlagen oder auch beim Arbeitsschutz. Die Big-Data Analyse des Statusberichtes der deutschen Kreislaufwirtschaft, die im Rahmen des Umweltwirtschaftsberichts Nordrhein-Westfalen (2017) erarbeitet wurde, ermöglicht einen strukturierten Überblick über die innovativen Produkte und Verfahren, die Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf ihren Websites präsentieren. Die Analyse verdeutlicht, dass der Bereich der stofflichen und energetischen "Abfallbehandlung- und verwertung" mit 53 % besonders intensiv an neuen Lösungsansätzen forscht, um beispielsweise Lebensmittel besser zu verwerten, Batterien zu recyceln, Verbundstoffe aus erneuerbaren Energien zu trennen oder die Rückgewinnung seltener Erden aus Elektrogeräten zu verbessern. Gleich danach folgt das Segment "Technik für die Abfallwirtschaft" mit 42 %, welches sich mit den Forschungsfeldern der Sortier- und Trenntechnik beschäftigt. Weiter abgeschlagen ist der Bereich "Abfallsammlung und -transport" mit nur 5 %, in dem sich die Forschungsprojekte auf die Entwicklung von beispielsweise Unterflurcontainern oder Vakuumtechnik richten. Aufgrund seiner Größe und Erwerbstätigen in der Kreislaufwirtschaft steht Nordrhein-Westfalen stellvertretend für die deutschlandweiten Innovationstendenzen.

Forschung und Entwicklung

Optimierungspotenziale, die aus innovativen Technologien erzielt werden, können zusätzliche Gewinne generieren und sichern wirtschaftliche Wettbewerbsvorteile durch den technologischen Vorsprung. Zusätzlich können fluktuierenden Angebotspreise knapper Primärrohstoffe durch das Recycling verringert werden. Allerdings investieren die Unternehmen der Kreislaufwirtschaft mit 0,24 Milliarden Euro vergleichsweise wenig in den Bereich Forschung und Entwicklung. Im Vergleich der Innovatorenquoten nach 21 Branchengruppen belegt die Kreislaufwirtschaft in Verbindung mit der Wasserwirtschaft den vorletzten Platz. Nichtdestotrotz gibt es im Bereich der "Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen" als Branchengruppe der Vorleistungen für die Kreislaufwirtschaft eine Innovatorenquote von 73 %. Dabei ist nicht außer Acht zu lassen, dass diese Branchengruppe ebenfalls wichtige Impulse und Entwicklungen, für Instrumente zur Abfallbehandlung und -analyse im Marktsegment "Technik für die Kreislaufwirtschaft", liefert. Gleichermaßen liefert der Maschinenbau innovative Technologien zum Klassieren, Trennen und Sortieren von Abfällen.

Quelle: Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft BDE-BDSV-bvse-ITAD-PlasticEurope Deutschland e.V.-VDM-VDMA-VHI-VKU 2018