Umweltwirtschaftsbericht NRW 2017

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat mit dem 2. Umweltwirtschaftsbericht (2017) einen weiteren Baustein für die Umweltwirtschaftsstrategie des Landes NRW gesetzt.

Die 2. Auflage des Umweltwirtschaftsberichtes des Landes Nordrhein-Westfalen liefert, ebenfalls wie der 1. Bericht 2015, einen Überblick über insgesamt acht Teilmärkte, über die in NRW die Umweltwirtschaftsbranche abgegrenzt wird. Der Teilmarkt „Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft“ umfasst dabei im Wesentlichen die Aktivitäten der Recycling- und Abfallbranche in NRW. In der 2. Auflage des Umweltwirtschaftsberichtes NRW 2017 liegen die Themenfelder „Innovationen der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft“ und „Internationale Märkte der Umweltwirtschaft“ im Fokus und werden zu Beginn des Berichtes detailliert behandelt.

Im Umweltwirtschaftsbericht 2017 wird deutlich, dass die Umweltwirtschaft alle Unternehmen umfasst, die umweltschützende sowie umweltfreundliche und ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen anbieten. Als Querschnittsbranche nimmt die Umweltwirtschaft ebenfalls Bezug zu den großen Schlüsselbranchen wie dem Maschinenbau oder der Elektroindustrie, die eine zentrale Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung von Nordrhein-Westfalen spielen. Der Anteil der Erwerbstätigen liegt mit 5,1 % (368.000 Erwerbstätige) höher und wuchs zudem auch schneller als in jeder anderen Schlüsselbranche des Landes. Zusätzlich trug die die Umweltwirtschaft mit einem Umsatz von 66,3 Mrd. Euro etwa 6,2 % zur nordrhein-westfälischen Bruttowertschöpfung bei und hat sich damit zu einem bedeutenden und integrativen Bestandteil der Wirtschaftsstruktur des Landes entwickelt. Thematische Schwerpunkte in der Querschnittsbranche Umweltwirtschaft erstrecken sich von der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft über die klassischen Bereiche wie Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Minderungs- und Schutztechnologien bis hin zu neuen Themenfeldern, wie umweltfreundliche Mobilität und Erneuerbare Energien. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Umweltwirtschaft ebenfalls als eine Branche der Transformation anzusehen, welche die großen Herausforderungen unserer heutigen Zeit – vom Klimawandel zur Urbanisierung, von Ressourceneffizienz zur Dekarbonisierung – mit neuen Ideen, innovativen Technologien und hochentwickelten Dienstleistungen angeht. Nordrhein-Westfalen hat es dabei geschafft, sich als bundesweit größter Anbieter für umweltwirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen zu spezialisieren und sich dabei ökonomische Perspektiven erarbeitet. Nordrhein-Westfalen prägt das Innovationsgeschehen der deutschen Umweltwirtschaft bspw. auch durch patentierte Neuentwicklungen.

Ergebnisse des Umweltwirtschaftsberichtes NRW 2017:

Starke Innovationsfähigkeit der nordrheinwestfälischen Umweltwirtschaft

Der Teilmarkt Materialien, Materialeffizienz und Ressourcenwirtschaft, auf den fast ein Viertel der umweltwirtschaftlichen Patente zurückgehen, ist gemessen an der Patentstärke von Innovationsstandorten einer der größten Innovationstreiber in der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Ebenfalls patentintensiv zeigen sich die drei Teilmärkte Umweltfreundliche Mobilität, Wasserwirtschaft sowie Energieeffizienz und Energieeinsparung. Global betrachtet melden Deutschland und Nordrhein-Westfalen in der Umweltwirtschaft überdurchschnittlich viele Patente an. Nordrhein-Westfalen stellt umgerechnet rund 2 % (2014) der weltweiten Patente der Umweltwirtschaft. Die Innovationsthemen in der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft sind vielfältig und entwickelt sich im Themenfeld Forschung und Entwicklung. Es wird deutlich, dass die Digitalisierung mit Abstand der bedeutendste Innovationstreiber ist. In Systemen denkende Dienstleistungen, die neues Wissen in umfassende kundenspezifische Lösungen einbringt, werden immer bedeutender. Zudem wird auch die Nutzung neuer energieeffizienter und intelligenter Materialien immer wichtiger.

Hohes globales Exportvolumen 

Durchschnittlich stieg das globale Exportvolumen von Umweltwirtschaftsgütern zwischen 2000 und 2015 jährlich um 6 %. Das globale Exportvolumen aller Güter hingegen wuchs nur um 4,9 % p. a. Betrachtet man nur die mit exportfähigen Umweltwirtschaftsgütern erwirtschafteten Umsätze, ohne die Bau- und Dienstleistungen, liegt die Exportquote der Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens bei 40 %. Sekundärrohstoffe, Schienenfahrzeuge und Wasserinfrastrukturen zählen zu den wichtigsten Exportgütern der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

Aufzeigen einer Umweltwirtschaftsstrategie für NRW

Der Umweltwirtschaftsbericht bildet für Nordrhein-Westfalen einen zentralen Baustein in der Umweltwirtschaftsstrategie des Landes. Auf der Grundlage detailliert erhobener Daten analysiert er umfassend Situationen, Chancen sowie Perspektiven der Querschnittsbranche in Nordrhein-Westfalen und liefert damit Fakten und Impulse zur Entwicklung der Umweltwirtschaft im Land. Der Umweltwirtschaftsbericht 2015 bildetet mit einer umfangreichen Analyse von Leistungen und Potenzialen die Basis. 2017 wurde bereits der Masterplan Umweltwirtschaft für Nordrhein-Westfalen, welcher auf dem Umweltwirtschaftsbericht 2015 aufbaut, vorgestellt. Dieser bündelt 100 konkrete Maßnahmen, Projektideen und Empfehlungen in den fünf Handlungsfeldern Innovationsförderung, Marktentwicklung und Internationalisierung, Beratung und Vernetzung, Fachkräfte sowie Rahmensetzung und Normung. In diesem Zusammenhang hat auch das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW (KNUW) 2017 seine Arbeit aufgenommen. Der Umweltwirtschaftsbericht Nordrhein-Westfalen 2017 bildet nun mit den Schwerpunktbereichen „Innovationen“ und „Internationalisierungen“ einen weiteren Schritt nach vorne.

Management Summary
(Quelle:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und
Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen)